Kolik beim Pferd - Ursachen und welche Behandlung sinnvoll ist
- Zur täglichen Fütterung: Verdauungskräuter KoKo für Pferde
Kurz erklärt: Kolik heißt Bauchschmerzen beim Pferd und ist immer ein Notfall und bedarf einer sofortigen Behandlung. Ruf bei jedem Verdacht sofort den Tierarzt an, nimm das Futter weg, geh ruhig im Schritt mit deinem Pferd und gib keine Medikamente, Öle oder Hausmittel auf eigene Faust. Die meisten Koliken verlaufen leicht, aber keine lässt sich von außen sicher als harmlos erkennen.
Wenn beim Pferd der Verdacht auf Kolik besteht, schrillen bei fast jedem Pferdebesitzer die Alarmglocken. Kein Wunder, denn Koliken gehören zu den häufigsten und zugleich ernstesten Notfällen in der Pferdemedizin. Kolik ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Sammelbegriff für Bauchschmerzen. Die Ursachen sind vielfältig und können den gesamten Magen-Darm-Trakt betreffen. In schweren Fällen wird eine Kolik lebensbedrohlich. Treten typische Symptome auf, verständige deshalb sofort den Tierarzt.
Kolik beim Pferd - Welche Ursachen
Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Verdauungsstörungen: meist Fütterungsfehler wie abrupte Futterumstellungen, zu viel Kraftfutter, zu wenig Rohfaser oder zu wenig Wasser
- Verstopfungen: durch eingetrockneten Kot, Sand, Parasiten, Haarknäuel oder Fremdkörper
- Entzündungen: von Magen, Darm oder anderen Organen im Bauchraum
- Drehungen und Verlagerungen des Darms: Dabei wird die Blutversorgung abgeschnürt, das ist ein akuter Notfall
- Stress: Auch seelische Belastung wirkt auf die Darmtätigkeit und begünstigt Koliken
- Dazu kommen verschimmeltes Heu, Bewegungsmangel und starker Parasitenbefall
Die drei häufigsten Gründe und alle Hintergründe findest du im Beitrag: Warum bekommen Pferde Kolik? 3 wichtige Gründe als Ursachen
Kolik bei Pferden - Symptome erkennen
Jeder Pferdebesitzer sollte die Kolik-Symptome kennen. Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Koliken sind leicht und lösen sich schnell wieder. Ob es eine leichte bleibt, kannst du aber nicht sicher erkennen. Deshalb ruf bei jedem Verdacht den Tierarzt an, nicht erst, wenn es schlimmer wird.
Vorsicht: Koliken verlaufen oft in Schüben. Wenn dein Pferd zwischendurch ruhig wirkt, ist die Kolik nicht unbedingt vorbei. Beobachte es nach einer Besserung noch mehrere Stunden.
Leichte Kolik beim Pferd
- Unruhe, Flehmen, Hufe scharren, Umschauen zum Bauch, mit dem Maul zum Bauch schlagen
- Kein Kotabsatz
- Immer wieder kurzes Hinlegen und Aufstehen
Diese Anzeichen können sich verschlimmern.
Schwere Kolik beim Pferd
- Schwitzen, schnelles, schweres Atmen, hoher Puls
- Aufgeblähter Bauch
- Wildes Wälzen, Stöhnen
- Hinlegen und nicht mehr aufstehen wollen, Schwäche
- Blasse oder graue Maulschleimhaut
Bei schweren Symptomen zählt jede Minute. Sag dem Tierarzt am Telefon, dass es ein Notfall ist.
Alle frühen Anzeichen sowie Puls und Schleimhaut als Warnsignale im Detail: Wie du frühe Kolik Symptome beim Pferd erkennen kannst ·
Kolik Arten beim Pferd
Gaskolik bei Pferden
Die Gaskolik ist eine häufige Form. Sie entsteht, wenn im Darm viel Gas gebildet wird, zum Beispiel durch zu viel Klee, Silage oder Futtermittel, die mit Pilzen und Bakterien verkeimt sind. Der Bauch bläht sich auf, und das Pferd wird unruhig.
Verstopfungskolik bei Pferden
Eine Verstopfungskolik entsteht meist, wenn das Pferd zu wenig Wasser aufnimmt. Der Darminhalt ist dann zu trocken, um problemlos ausgeschieden zu werden. Auch zu viel Raufutter wie Stroh, zu schnelles Fressen, Parasiten und Bewegungsmangel führen zur Verstopfungskolik.
Sandkolik bei Pferden
Sandkoliken enden oft in einem Darmverschluss. Der häufigste Grund sind falsche Haltungs- und Fütterungsbedingungen. Sie entstehen bei Pferden, die zu lange auf stark abgefressenen Weiden oder Sandausläufen stehen, ohne Heu oder Stroh zu bekommen. Auch bei der Fütterung von Raufutter direkt vom Boden nimmt das Pferd viel Sand auf. Der angesammelte Sand kann nicht ausgeschieden werden, und es kommt zum Darmverschluss.
Krampfkolik bei Pferden
Die Krampfkolik kann man mit den Dreimonatskoliken bei Babys vergleichen. Das Pferd leidet unter schubweisen Darmkrämpfen, die sehr schmerzhaft sind. Sie entstehen oft durch Stress, Fütterungsfehler, Wetterumschwung oder starken Wurmbefall.
Darmverdrehung und Darmverschluss bei Pferden
Das ist die schlimmste Form der Kolik. Der Darm ist verdreht oder verlegt, und Rettung gibt es meist nur durch eine Operation. Jede Kolik kann in einem Darmverschluss enden.
Die Kolikarten ausführlich erklärt: Warum bekommen Pferde Kolik?
Erste Hilfe bei Kolik beim Pferd: Was du tun kannst bis der Tierarzt kommt
Sobald du Unruhe, Wälzen, Futterverweigerung, Schwitzen oder Scharren bemerkst: sofort den Tierarzt verständigen. Koliken können harmlos verlaufen, aber auch lebensbedrohlich sein. Schnelles Handeln entscheidet.
Deine Checkliste:
- Tierarzt anrufen und die Lage schildern. Er fragt dich nach Puls, Atmung und Verhalten.
- Ruhe bewahren. Dein Verhalten überträgt sich auf das Pferd.
- Futter komplett wegnehmen, auch Stroh und Einstreu, wenn dein Pferd daran frisst. Wasser darf bereitstehen, wenn dein Pferd ruhig ist. Bei Verdacht auf Magenüberladung nimm es weg.
- Vitalwerte messen: Puls (in Ruhe etwa 28 bis 40 Schläge pro Minute), Atmung (etwa 8 bis 16 Atemzüge), Temperatur (37,0 bis 38,0 °C) und Farbe der Maulschleimhaut (normal blassrosa).
- Ruhig Schritt führen, wenn dein Pferd dazu bereit ist. Das lenkt ab, fördert die Darmtätigkeit und hilft bei Blähungen. Liegt dein Pferd ruhig und will nicht aufstehen, zwinge es nie zur Bewegung.
- Auf dich achten. Ein Pferd, das sich heftig wälzt, kann dich verletzen. Geh dann zur Seite und warte.
- Beobachten und aufschreiben: Wie oft legt es sich hin? Setzt es Kot ab? Wie atmet es, schwitzt es? Diese Angaben helfen dem Tierarzt.
- Nicht allein lassen.
Keine Medikamente, Öle oder Hausmittel ohne Rücksprache! Sie können die Situation verschlechtern oder Symptome verdecken.
Behandlung von Kolik durch den Tierarzt
Die Therapie richtet sich nach Ursache, Kolikart, Schweregrad und Zustand des Pferdes. Der Tierarzt kontrolliert zuerst Kreislauf und Vitalwerte, hört den Bauch ab und untersucht meist rektal. Dann kommen infrage:
- Schmerzmittel (z. B. Flunixin) und krampflösende Medikamente
- Nasenschlundsonde, um den Magen zu entleeren oder Flüssigkeit und Abführmittel zu geben
- Infusionen mit Flüssigkeit und Elektrolyten gegen Austrocknung und zur Kreislaufstabilisierung
- Ruhige Bewegung, um die Darmtätigkeit anzuregen
- Operation bei Darmverdrehung, Verlagerung oder Verschluss, wenn die Kolik nicht auf die Behandlung anspricht
Nach der Kolik ist eine gute Nachsorge wichtig: angepasste Fütterung und Beobachtung auf erneute Symptome. Wie du danach füttern solltest, steht im Beitrag: Kolik beim Pferd - Die richtige Fütterung danach.
Eine Kolik beim Pferd, wie lange dauert sie?
Leichte Koliken klingen mit schneller Behandlung oft innerhalb weniger Stunden ab. Schwere Formen können mehrere Tage dauern. Beobachte dein Pferd nach dem Abklingen mindestens 24 Stunden weiter.
Alles zu Dauer, Verlauf und Erholung: Eine Kolik beim Pferd wie lange dauert sie?.
Schwachstelle Pferdedarm: Warum bekommen Pferde so schnell eine Kolik?
Dass Pferde so oft Koliken bekommen, liegt an ihrer besonderen Anatomie. Der Magen ist mit etwa 10 bis 15 Litern vergleichsweise klein, und Pferde können nicht erbrechen. Bei starker Überladung kann im schlimmsten Fall der Magen reißen. Der Dünndarm ist bis zu rund 25 Meter lang und sehr beweglich, deshalb kann er sich leicht verdrehen oder einklemmen.
Besonderheit Dickdarm der Pferde
Der Blinddarm ist die wichtige Gärkammer für rohfaserreiche Nahrung. Der Dickdarm liegt größtenteils frei in der Bauchhöhle und ist deshalb beweglich. Anatomische Engstellen und die Lage der Nachbarorgane erhöhen das Risiko für Verlagerungen und Verdrehungen. Schon kleine Störungen in der Verdauung können hier zur Kolik führen.
Kolik beim Pferd vorbeugen: Fütterung, Kräuter und Hausmittel
Wie kann man einer Kolik vorbeugen?
Am meisten bringen eine angepasste Fütterung, viel Bewegung, ausreichend Wasser und regelmäßige Kontrolle deines Pferdes:
- Viel hochwertiges Raufutter, in kleinen Mahlzeiten über den Tag
- Futter langsam über eine Woche umstellen
- Immer frisches Wasser
- Täglich Bewegung, Weidegang
- Ruhe und feste Abläufe
- Nur bei Befall entwurmen, am besten nach Kotprobe
Die ganze Checkliste: Wie du eine Kolik bei deinem Pferd vorbeugen kannst.
Können Hausmittel bei Kolik helfen?
Bei einer akuten Kolik: Nein, zumindest keine, die du dem Pferd eingibst. Öle, Tees, Kräuter oder Medikamente können die Kolik verschlechtern oder verschleiern, wie schwer sie ist. Was du tun kannst, ist ruhig führen, Futter wegnehmen und beobachten. Der Tierarzt kommt in jedem Fall zuerst.
Zur Vorbeugung geben viele Halter Kräuter, die traditionell die Verdauung unterstützen, etwa Fenchel, Anis oder Kümmel. Ein Beispiel sind unsere Verdauungskräuter KoKo (hier auf die Produktseite verlinken). Sie ergänzen die tägliche Fütterung und ersetzen weder gutes Futtermanagement noch die tierärztliche Behandlung.
Spurenelemente und Bitterkräuter für die Darmgesundheit
Eine gute Versorgung mit Spurenelementen unterstützt die Darmflora, weil die Mikroorganismen im Darm auf lebenswichtige Nährstoffe angewiesen sind. Fütterungsfehler und stark rohfaserreiches Futter wie Stroh können die Darmflora belasten und Anschoppungskoliken begünstigen. Bitterkräuter regen traditionell den Gallenfluss an. Die Galle beeinflusst den Darm-pH und die Verdauungsenzyme im Dünndarm. Zusammen mit durchdachtem Futtermanagement sind das gute Bausteine für einen stabilen Darm.
Und immer gilt: Bei Kolikanzeichen, auch bei den kleinsten, rufst du den Tierarzt.
Tatsache ist, bei Kolik Anzeichen, auch bei den kleinsten muss immer ein Tierarzt hinzugezogen werden.
FAQ Fragen & Antworten bei Pferde Kolik
1. Woran erkenne ich eine Kolik beim Pferd?
Typische Anzeichen sind: Unruhe, Scharren, häufiges Hinlegen oder Wälzen, Blicken oder Beißen zum Bauch, Appetitlosigkeit, vermehrter Puls und schnelle Atmung.
2. Was sind häufige Ursachen für Kolik beim Pferd?
Ursachen können sein: plötzliche Futterumstellungen, mangelhafte Futterqualität (z. B. verschimmeltes Heu), unzureichende Wasseraufnahme, Bewegungsmangel, Stress, hoher Parasitenbefall oder Fehlgärungen im Magen‑Darm-Bereich.
3. Ist Kolik beim Pferd immer ein Notfall?
Ja — Kolik gilt als tiermedizinischer Notfall, da sich der Zustand schnell verschlechtern kann. Bereits bei Verdacht sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.
4. Wie behandelt man eine Kolik beim Pferd?
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Es kommen konservative Maßnahmen (z. B. krampflösende und schmerzlindernde Medikamente, Infusionen, Nasenschlundsonde) oder bei schweren Koliken chirurgische Eingriffe in Betracht.
5. Wie füttert man ein Pferd nach überstandener Kolik?
Man beginnt mit kleinen Mengen Raufutter, steuert langsam hoch und vermeidet direktes Kraftfutter. Die Fütterung erfolgt behutsam gemäß tierärztlicher Anweisungen, um den Verdauungstrakt nicht zu überfordern.
6. Was kann ich bei einer Kolik tun, bis der Tierarzt kommt?
Futter wegnehmen, Vitalwerte messen, das Pferd ruhig im Schritt führen und beobachten. Gib keine Medikamente, Öle oder Hausmittel ohne Rücksprache.
7. Wie behandelt man eine Kolik beim Pferd?
Je nach Ursache mit Schmerz- und krampflösenden Mitteln, Infusionen und Nasenschlundsonde, bei schweren Koliken mit einer Operation.
8. Wie lange dauert eine Kolik beim Pferd?
Leichte Koliken oft nur einige Stunden, schwere Formen mehrere Tage. Beobachte dein Pferd nach dem Abklingen mindestens 24 Stunden.
9. Wie füttert man ein Pferd nach überstandener Kolik?
Mit kleinen Mengen Heu, die du langsam steigerst, ohne Kraftfutter. Den Stufenplan findest du im Beitrag Kolik beim Pferd - Die richtige Fütterung danach (hier verlinken).
Zur täglichen Fütterung: Verdauungskräuter KoKo für Pferde
Quelle: Tierheilpraktikerin Martina Hemm Oktober 2025
Rechtlicher Hinweis:
Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Tierarzt. Bei gesundheitlichen Problemen deines Tieres konsultiere bitte einen Tierarzt.




