Sommer Ekzem beim Pferd - Wenn die Haut juckt
Sommer Ekzem beim Pferd - Juckreiz der Haut, Ursachen erkennen & gezielt behandeln
Das Sommerekzem, auch bekannt als atopische Dermatitis oder Insekten-Hypersensitivität, wird überwiegend durch den Speichel von stechenden Insekten wie Kriebelmücken (Culicoides spp.) ausgelöst. Die Stiche führen bei sensiblen Pferden zu einer allergischen Reaktion, bei der das Immunsystem überreagiert.
Was ist ein Sommerekzem beim Pferd
Das Sommerekzem beim Pferd ist eine der häufigsten Hauterkrankungen in der warmen Jahreszeit und geht fast immer mit starkem Juckreiz der Haut einher. Viele Pferde reagieren empfindlich auf Insektenstiche und entwickeln entzündliche Hautveränderungen, die für Tier und Halter belastend sein können.
Symptome: So erkennst du Sommerekzem beim Pferd
Die Symptome eines Sommerekzems können variieren, umfassen aber häufig:
- Starken Juckreiz, besonders im Bereich von Mähne, Schweif und Bauchnaht.
- Scheuern und Kratzen des betroffenen Bereichs, an Zäunen, Bäumen oder Wänden
- Haarausfall und kahle Stellen
- Entzündete, gerötete Haut und Schwellungen.
- Bildung von Krusten und nässenden Wunden durch das Aufkratzen.
👉 Der Juckreiz ist das Leitsymptom und verantwortlich für die meisten Folgeschäden.
Ursachen für Sommerekzem beim Pferd - Insekten und industrielles Futtermittel höchst wahrscheinlich
Das Sommerekzem beim Pferd ist eine komplexe Erkrankung, deren genaue Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Fest steht jedoch, dass mehrere Faktoren zusammenwirken. Neben genetischer Veranlagung spielen vor allem Insektenstiche eine zentrale Rolle. Auch die Fütterung – insbesondere industriell hergestelltes Futtermittel – wird immer wieder als möglicher Einflussfaktor diskutiert.
Insektenstiche – Kriebelmücke Auslöser Nummer 1
Als Hauptauslöser gelten Stiche von Kriebelmücken und anderen Insekten. Der Speichel dieser Insekten löst bei empfindlichen Pferden eine allergische Reaktion aus. Schon wenige Stiche können starken Juckreiz, Hautentzündungen und Scheuerstellen verursachen.
Besonders betroffen sind:
- Mähnenkamm
- Schweifrübe
- Bauchnaht
- Ohren
Nicht jedes Pferd entwickelt ein Sommerekzem – entscheidend ist, ob eine allergische Veranlagung vorliegt. Bei empfindlichen Pferden genügt der wiederholte Kontakt mit den Insekten, um die typischen Symptome auszulösen.
Darmgesundheit und Immunsystem
Ein großer Teil des Immunsystems sitzt im Darm. Eine stabile Darmflora kann daher eine wichtige Rolle spielen.
Mögliche Einflussfaktoren:
- Nährstoffungleichgewichte
- Mängel an Zink, Selen oder Fettsäuren
- Belastungen des Stoffwechsels
👉 Eine geschwächte Hautbarriere reagiert häufig empfindlicher auf äußere Reize.
Allergien und Sensitivitäten durch Futtermittel
Neben den Insekten wird auch die Fütterung als möglicher Mitverursacher betrachtet. Einige Pferde reagieren empfindlich auf bestimmte Bestandteile in industriell hergestelltem Futtermittel.
Dazu gehören:
- synthetische Zusatzstoffe
- Konservierungsmittel
- Getreide
- Melasse oder hohe Zuckeranteile
- stark getreidehaltige Futtermittel
- bestimmte Eiweißquellen
Solche Unverträglichkeiten oder stillen Entzündungsprozesse im Körper können das Immunsystem dauerhaft belasten. Ein überfordertes oder bereits gereiztes Immunsystem reagiert unter Umständen stärker auf Insektenstiche – die allergische Reaktion fällt intensiver aus.
Nährstoffungleichgewichte und Hautgesundheit
Industrielles Futtermittel ist zwar in der Regel bedarfsorientiert zusammengestellt, dennoch kann es – je nach Gesamtfütterung – zu Über- oder Unterversorgungen kommen. Ein Zuviel an Eiweiß oder Zucker sowie synthetische Zusätze können Stoffwechsel und Darmflora beeinflussen.
Gleichzeitig können Defizite an wichtigen Mikronährstoffen wie
- Zink,
- Kupfer,
- Selen oder
- essentiellen Fettsäuren
die Hautbarriere schwächen. Eine geschwächte Haut ist anfälliger für Entzündungen und reagiert empfindlicher auf äußere Reize.
Sommerekzem natürlich behandeln - Umstellung auf natürliche Fütterung
Immer wieder berichten Pferdehalter, dass sich die Symptome des Sommerekzems verbessern, wenn die Fütterung umgestellt wird. Besonders häufig wird eine natürliche, möglichst unverarbeitete Ernährung als unterstützende Maßnahme genannt.
Damit ist in der Regel gemeint, den Fokus auf hochwertiges Grundfutter wie gutes Heu, ggf. ergänzt durch Heulage in passender Qualität, zu legen und industriell stark verarbeitete Futtermittel zu reduzieren oder ganz wegzulassen. Auch der Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe, synthetische Vitamine, Melasse, Aromastoffe oder stark getreidehaltige Mischfutter spielt dabei eine Rolle. Stattdessen setzen viele auf einzelne, überschaubare Komponenten –
zum Beispiel:
- Kräuter,
- Ölsaaten
- Natürliches Mineralfutter ohne unnötige Zusätze.
Die Idee dahinter: Eine möglichst naturbelassene Fütterung soll den Stoffwechsel entlasten, die Darmflora stabilisieren und damit das Immunsystem stärken. Da ein großer Teil der Immunabwehr im Darm sitzt, kann eine ausgeglichene Verdauung dazu beitragen, überschießende Reaktionen – wie sie beim Sommerekzem auftreten – abzumildern.
Wichtig ist jedoch, jede Futterumstellung langsam und gut durchdacht vorzunehmen. Nicht jedes Pferd reagiert gleich, und auch eine „natürliche“ Fütterung muss bedarfsgerecht zusammengestellt sein, um Mängel zu vermeiden. In Kombination mit Insektenschutz, Hautpflege und einer insgesamt angepassten Haltung kann eine optimierte, möglichst artgerechte Ernährung jedoch ein wichtiger Baustein im Umgang mit Sommerekzem sein.
Sommerekzem beim Pferd behandeln – was hilft gegen den Juckreiz?
Die besten Ergebnisse werden durch eine Kombination mehrerer Maßnahmen erreicht.
1. Konsequenter Insektenschutz
- Ekzemerdecken mit Halsteil und Bauchlatz
- Fliegenmasken
- Insektenschutzmittel
- Weidezeiten anpassen (weniger Dämmerung)
2. Haltung, Weide und Stallmanagment optimieren
- Feuchtgebiete und stehendes Wasser meiden
- saubere Stallumgebung
- reduzierte Insektenbelastung
- insektengeschützte Ställe während der Dämmerung und Nacht, wenn Kriebelmücken besonders aktiv sind.
3. Hautpflege gezielt einsetzen
- regelmäßige Pflege empfindlicher Hautbereiche
- Unterstützung der Hautbarriere
- Vermeidung zusätzlicher Reizungen
4. Fütterung optimieren – Unterstützung von innen
Eine ausgewogene und möglichst naturnahe Fütterung kann dazu beitragen, den Organismus zu entlasten:
- hochwertiges Grundfutter als Basis (Heu)
- Reduktion stark verarbeiteter Futtermittel
- ausgewogene Mineralstoffversorgung Mikronährstoffe VitMin
- gezielte Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren
- Darmkräuter Sonnenaufgang für das Immunsystem
👉 Ziel ist es, Immunsystem und Hautfunktion bestmöglich zu unterstützen.
5. Kräuter zur Unterstützung bei Sommerekzem
Viele Pferdehalter setzen ergänzend auf Kräuter, die traditionell in der Pferdefütterung verwendet werden, darunter:
- Schwarzkümmel
- Brunnenkresse
- Pfefferminze
- Cistrose
- Knoblauch
- Rote Beete
Solche Kombinationen werden häufig eingesetzt, um Stoffwechsel, Haut und allgemeines Wohlbefinden zu begleiten – insbesondere während der Insektensaison.
👉 In der Praxis greifen viele Pferdehalter dabei auf abgestimmte Kräutermischungen wie unsere Plagegeister Kräuter Kribbelfrei und Hautkräuter zurück, die speziell für diese Zeit konzipiert sind.
Ganzheitlicher Ansatz: Was wirklich entscheidend ist
Einzelmaßnahmen reichen meist nicht aus. Entscheidend ist das Zusammenspiel von:
- Insektenschutz
- Haltung
- Hautpflege
- Fütterung
👉 Je konsequenter diese Faktoren kombiniert werden, desto besser lässt sich der Juckreiz beim Sommerekzem reduzieren.
FAQ Fragen & Antworten zu Sommerekzem Pferd
1. Was ist Sommerekzem beim Pferd?
Sommerekzem beschreibt eine wiederkehrende Hautreaktion, die vor allem in den warmen Monaten auftritt. Ursächlich können verschiedene Auslöser infrage kommen, häufig wird der Kontakt mit Insekten genannt.
2. Welche Symptome können auf Sommerekzem hindeuten?
Viele Pferdehalter berichten von starkem Juckreiz, Scheuerstellen oder Haarverlust am Mähnenkamm und an der Schweifrübe. Die genaue Ursache sollte immer fachlich abgeklärt werden.
3. Wann tritt ein Sommerekzem am häufigsten auf?
Oft beginnt die Problematik im Frühling und hält bis in den Herbst an – also während der Hauptinsektenzeit. Der Verlauf kann von Pferd zu Pferd variieren.
4. Welche Pferderassen sind häufiger betroffen?
Einige robuste Rassen werden häufig genannt, wie Islandpferde oder Haflinger. Betroffen sein kann aber grundsätzlich jedes Pferd.
5. Kann man das Sommerekzem beim Pferd sicher diagnostizieren?
Eine eindeutige Diagnose kann nur ein Tierarzt stellen, meist anhand der typischen Symptome und dem Ausschluss anderer Ursachen.
6. Wie kann man Pferden mit Sommerekzem helfen?
Viele Pferdehalter nutzen Ekzemerdecken, Insektenschutz, schattige Bereiche oder regelmäßige Hautpflege. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom einzelnen Pferd ab.
7. Welche Pflegeprodukte werden häufig verwendet?
Beliebt sind kühlende Gels, Öle oder beruhigende Waschlösungen. Welche Produkte geeignet sind, ist individuell unterschiedlich.
8. Kann die Fütterung das Sommerekzem beeinflussen?
Einige Halter berichten von positiven Erfahrungen mit angepasster Fütterung. Ob eine Änderung sinnvoll ist, sollte individuell eingeschätzt werden.
9. Sind Ekzemer Pferde heilbar?
Der Verlauf ist sehr individuell. Bei vielen Pferden lässt sich die Symptomatik mit konsequentem Management gut reduzieren, bei anderen fällt sie stärker aus.
10. Können Pferde mit Sommerekzem normal geritten werden?
Viele Pferde können trotz Sommerekzem geritten werden, sofern sie keine Schmerzen haben und die Haut nicht stark gereizt ist. Das sollte im Einzelfall beurteilt werden.
11. Wie kann man ein Pferd im Sommer vor Kriebelmücken schützen?
Um Pferde während der Insektenzeit zu unterstützen, setzen viele Halter auf Schutzmaßnahmen wie Ekzemerdecken mit Halsteil und Bauchlatz, Fliegenschutzmittel oder angepasste Auslaufzeiten. Einige vermeiden zudem feuchte Bereiche in der Dämmerung, da dort häufig mehr Insekten auftreten. Welche Strategie am besten passt, kann individuell unterschiedlich sein.
Quelle: November 2025 Tierheilpraktikerin Martina Hemm
Rechtlicher Hinweis:
Die Inhalte dieses Blogs dienen ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Tierarzt. Bei gesundheitlichen Problemen deines Tieres konsultiere bitte einen Tierarzt.
